Schweinefleisch

🐖 Schwein im Heimtierfutter – ein No-Go?

Bis heute hält sich der Mythos, dass Hunde und Katzen kein Schwein essen sollten – teils sogar in tiermedizinischen Kreisen. Entstanden ist dieser durch das Aujeszky-Virus (Pseudowut), das Schweine übertragen können.

⚠️ Für nahezu alle Säugetiere – mit Ausnahme der Primaten – verläuft eine Infektion tödlich.

✅ Deutschland gilt in der Nutztierschweinehaltung seit vielen Jahren als Aujeszky-frei. Das Virus tritt jedoch vereinzelt bei Wildschweinen auf. Hunde infizieren sich fast ausschließlich durch direkten Kontakt mit erkrankten Wildschweinen. 🐗

🔥 Durch das Erhitzen über 60 °C wird das Aujeszky-Virus zuverlässig inaktiviert. Bei gekochtem oder industriell verarbeitetem Schwein besteht daher keine Gefahr bei der Verfütterung an Hunde und Katzen. Rohes Schwein sollte – auch in einem offiziell Aujeszky-freien Land – weiterhin nicht verfüttert werden.

🥩 Schwein ist damit eine sehr gut verfügbare, hochwertige und ernährungsphysiologisch sinnvolle Proteinquelle. Aufgrund der stabilen Verfügbarkeit und der kontrollierten Nutztierhaltung weist Schwein in der Regel eine gleichbleibend hohe Qualität auf – etwas, das man nicht von allen derzeit im Heimtierfutter eingesetzten Proteinquellen sagen kann. ✨

Dennoch wird Schwein im Premiumfutter kaum eingesetzt, während es im Mid- und Low-Price-Segment häufig in Gruppendeklarationen „versteckt“ auftaucht. Der Grund dafür ist weniger fachlich begründet als vielmehr in der negativen Verbraucherwahrnehmung zu suchen.

🤷🏻‍♀️ Ironischerweise scheint diese Sorge bei Trockenkauartikeln keine Rolle zu spielen: Schweineohren, gepuffte Schweinenasen und ähnliche Produkte erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. 😕

💡 Erfreulicherweise sind Futtermittelallergien gegen Schwein bisher äußerst selten bei Hund und Katze. Ein früherer Kontakt mit Schweineprotein bedeutet nicht automatisch eine Sensibilisierung. Daher kann Schwein – sofern keine bekannten klinischen Reaktionen bestehen – durchaus eine geeignete Proteinquelle für Eliminationsdiäten darstellen.

📣 Fazit: Schwein ist kein problematischer Rohstoff – problematisch ist lediglich die Rohverfütterung von Schwein. Eine bessere Aufklärung der Verbraucher:innen könnte dazu beitragen, diesen gut verfügbaren, hochwertigen Rohstoff endlich sorgenfrei im Heimtierfutter zu nutzen.

Hinweis: Der Begriff „Schwein“ umfasst hier sowohl das Muskelfleisch als auch Nebenprodukte vom Schwein.

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